Hermine hat uns eine wirkliche Geduldsprobe auferlegt mit ihrer Geburt. Eigentlich hätte sie am Freitag schon loslegen sollen. Darum hat Kirsten im Vorfeld einen Richtertermin abgesagt, alles war am Wochenende bereitgestellt - nun könnte es losgehen.

Es ging nicht los. Hermine tat so, als wenn sie überhaupt kein bisschen schwanger sei. Genüsslich ging sie jeden Spaziergang mit, fraß - obwohl sonst gern mal mäkelig - mit Begeisterung Riesenportionen vom leckeren Welpenfutter und interessierte sich Null für die schöne Wurfkiste. Am Mittwoch war der einzige Tag, an dem Kirsten keinen Urlaub bekommen können würde - sie würde doch wohl nicht?

Bis Dienstag nachmittag war die junge Dame vollkommen entspannt und zeigte keinerlei Anzeichen. Abends fiel die Temperatur dann ein klitzewinziges bisschen und sie begann gelegentlich mal zu hecheln. Aha. Prima, genau Mittwoch - ärgerlich, aber man macht der Natur nun mal keine Vorschriften.

Doch es kam ganz anders. Frühmorgens am Mittwoch gegen 5 setzte die Geburt ein. Allerdings nur mit ganz leichten Wehen. Trotzdem war plötzlich ein Teil einer Fruchtblase zu sehen und Herminchen tropfte ein bisschen Urin. Die Familie Brox war also bereit, den ersten Spross in Empfang zu nehmen, er hat auch schon mal herausgeschaut. Doch dann rührte sich nix. Die Geburt ging nicht vorwärts und wir überlegten schon, ob wir einen Tierarzt befragen sollten. Dann plötzlich war der Teil der Fruchtblase, der schon zu sehen gewesen war wieder weg!

Ok, das wollten wir auf jeden Fall mit einem Tierarzt besprechen. Also flugs Frau Doktor angerufen, aus dem Tiefschlaf geweckt und dann die beruhigenden Worte: "Das kann ruhig passieren, das macht gar nichts. Manchmal geht es ein wenig vor und ein wenig zurück, gerade beim ersten Mal. Wenn in 2 Stunden noch kein Welpe geboren ist, rufen sie wieder an. Und gönnen sie der Hündin Privatsphäre. Wenn sie sie so bedrängen, dann hemmt das vielleicht."

Daran hatte keiner von uns gedacht. Coco war von sich aus zum Ankuscheln gekommen und begeistert, dass man mit ihr gemeinsam Pfötchen hielt. Aber Hermine war noch nie der Schmusetyp und vielleicht hatte Frau Doktor ja Recht und wir waren selber schuld? Also haben wir schweren Herzens etwas Abstand gehalten und dafür gesorgt, dass die junge Mutter zur Ruhe kommt. Und das war der beste Tipp ever, denn direkt danach brachte sie mit zwei kräftigen Wehen die erste Hündin zur Welt.

Ein sehr kräftiger kleiner Hund, der noch angenabelt direkt losgefrühstückt hat. Eine knappe Stunde später folgte ein Rüde, der direkt in einem Schwung durchmarschierte. Und schweren Herzens ging Kirsten ins Bad, um sich für die Arbeit fertig zu machen, als aus dem Wohnzimmer wenige Minuten später der freudige Ausruf kam: "Drei!"

Im schicken Anzug noch schnell einen Blick auf die Hündin Nummer zwei geworfen und los zur Arbeit. Fairerweise hat Hermine dann auch Schluss gemacht. Sie war von der Geburt ziemlich erschöpft, aber hat sich von Anfang an rührend um alles gekümmert, selbständig abgenabelt, alle an ihren Platz an der Milchbar geschoben und dann ist die junge Familie selig lächelnd gemeinsam eingeschlafen.Bis abends war die Hermine schon wieder bereit immerhin mal kurz draußen zu pinkeln und die kleinen Hunde lagen tiefenentspannt auf einem Haufen.

So wünscht man sich das!

Die junge Familie

Hermine kümmert sich

Drei auf einen Streich

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